Theater am Olgaeck

Kols letzter Anruf

ein Gerichtsthriller von Joshua Sobol

Ein Korruptionsskandal mit fatalen Folgen. Lebensbedrohende Nebenwirkungen eines Medikaments von Pharmaindustrie vertuscht!

In diesem preisgekrönten Stück werden auf spannende, witzige und äußerst intelligente Art die großen Fragen nach Recht und Menschsein dargestellt, fokussiert auf die schillernde Figur des Rechtsanwalt Miki Kol.

Der Anwalt Miki Kol hat nicht nur mit allen Mitteln der freihändigen Juristerei einen Kritiker der Pharma-Industrie gegen deren Übermacht zu verteidigen versucht, sondern bei der manipulierten Urteilsverkündung „Euer Ehren“ wütend die Brille von der Nase geschlagen. Dafür verlor er seine Zulassung und muss ein Jahr ins Gefängnis – falls nicht in den letzten Minuten, ehe das Handy vom Wachpersonal einkassiert wird, noch ein Fernsprech-Wunder geschieht.

In den letzten Minuten vor dem Haftantritt erreicht ihn auf dem Mobiltelefon ein Anruf, der ihn elektrisiert. Durch neue, sensationelle Beweise scheint die Wiederaufnahme des Verfahrens möglich.

Worum ging es? Um einen Korruptionsskandal mit fatalen Folgen. Sein Mandant, ein Wissenschaftler, hatte die lebensbedrohenden Nebenwirkungen eines Medikaments öffentlich gemacht, wurde aber von dem beschuldigten Pharmakonzern ruiniert und in den Selbstmord getrieben. Jetzt erfährt Kol, dass das Medikament vom Markt genommen wird, und dass der Prozess eine Farce war, dessen Ausgang durch illegale Absprachen des beteiligten Chemiegiganten und des Richters - ein Großaktionär des Konzerns - manipuliert war. Unter Hochdruck versucht Kol in der knappen Zeit, bevor sich die Gefängnistore für ein Jahr hinter ihm schließen, eine Wiederaufnahme des Prozesses mit der Witwe des Wissenschaftlers als Anklägerin in die Wege zu leiten.

Der israelische Autor Joshua Sobol hat mit dem Kol Porträt ein raffiniertes Solo geschrieben, das gar keines ist. Indem er die Aktionen seines ständig vom eigenen Zorn überspülten Maulhelden an die hektisch wechselnden Telefon-Partner koppelt, entsteht für den Zuschauer allein aus der Art des Gesprächs eine Galerie holzgeschnitzter Charakterköpfe. Man hört gebannt zu und glaubt, die unsichtbare Figur am anderen Ende der Leitung zu durchschauen.

Regie:Marcus Helm
Schauspiel:Stefan Vitelariu
Produktion:Theater am Olgaeck

Dauer: 90 Minuten
Karten: 15 €, ermäßigt 12 €


 


 
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